Burg Trifels

Im Hochmittelalter schützte die Burg Trifels das Reichsland um Annweiler. Die deutschen Kaiser und Könige ließen im 12. und 13. Jahrhundert hier die Reichskleinodien verwahren. Da ihr Besitz erst die Reichsherrschaft rechtmäßig machte, hieß es im Mittelalter: "Wer den Trifels hat, hat das Reich."

Die Staufer in Rheinland-Pfalz

Eine Geschichte von Macht, Herrschaft und höfischer Pracht

Im Stauferjahr 2010 begeben sich die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, und Hessen auf Spurensuche nach dem Wirken der Staufer.  Eine Reihe von Vorträgen, Veranstaltungen und Ausstellungen führen zurück in eine Zeit, in der die Rhein-Main-Neckarregion nicht nur Stauferland, sondern Kernland des römisch-deutschen Königreiches war – und damit eines der wichtigsten Herrschaftszentren Europas.

Näheres auf der Webseite http://www.stauferland-rlp.de


Zur Geschichte der Burg Trifels

Wie keine andere Burg wird der Trifels gleichgesetzt mit der Blüte des Hochmittelalters in der Zeit der Stauferkaiser. Liegt ihre Glanzzeit sicherlich in dieser Epoche, so ist die Geschichte der Burg wesentlich älter. Der Sonnenberg über Annweiler war schon in der Kelten- wie auch in der Römerzeit Standort von Wehranlagen, wie zahlreiche Funde belegen. Mit dem Verschwinden der Römer im 5. Jahrhundert wurde auch die Wehranlage aufgegeben. Die Ausgrabungen des Jahres 1937 stiessen auf Reste einer hölzernen Burganlage, die aus dem 10. Jahrhundert stammt, aus der Zeit der Sachsenkaiser also.

1081 wurde mit der Nennung Diemars von Trifels die Burg erstmalig urkundlich erwähnt. 1113 musste der Mainzer Erzbischof sie an den Kaiser zurückgeben. Sie blieb in der Folgezeit Reichsburg. Die Blütezeit der Burg begann im 12. Jahrhundert. Vor allem unter den Stauferkaisern war sie als Reichsburg eine der wichtigsten des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". Aber mit dem Ende der Stauferherrschaft und mit dem Verlust der Macht der Kaiser im ausgehenden Mittelalter begann auch der Niedergang des Trifels. Durch Ludwig den Bayern an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht 1. verpfändet, gelangte die Burg schliesslich in den Besitz der Herzöge von Zweibrücken. Im 14. Jahrhundert wurde sie nochmals ausgebaut und verstärkt.
1525 zerstörten aufständische Bauern die Burg, die genauen Schäden lassen sich nicht feststellen, aber erst 33 Jahre später waren die Wiederaufbauarbeiten abgeschlossen. Das Zweibrückische Archiv verwahrten die Herzöge in der Folgezeit auf der Burg. Allerdings befand sich im 16. Jahrhundert die Burg in einem betrüblichen Zustand, wie uns die Inventarien mitteilen: "Drei Bettladen alt, die eine gar zerbrochen, ein schragen Tisch ist zerbrochen, zwei schlechte Bänke". Die Aufzählung der Möbel und Gebrauchsgegenstände zeigt deutlich, dass an ein angenehmes Wohnen auf der Burg nicht zu denken war. So erbauten die Zweibrücker Herzöge gegen Ende des 16. Jahrhunderts im Bergsattel zwischen Trifels und Anebos (den heutigen Schlossäckern) ein Wohnhaus für den Burgvogt. Schafstall heissen die Reste dieses Gebäudes heute.
Am 28. März 1602 schlug ein Blitz in die Burg ein. Vor allem der Palas wurde ein Raub der Flammen. Im Dreissigjährigen Krieg flohen die Bewohner der Stadt Annweiler vor den alles verwüstenden Kriegsvölkern in die Burg. Sie selbst wurde auch etliche Male von Truppen der verschiedenen Parteien besetzt. 1635 brach eine fürchterliche Pestepedemie unter den auf den Trifels geflohenen Einwohnern aus. Nach diesem Datum blieb die Burg unbewohnt. Sie wurde auch nicht wieder aufgebaut. Brauchbares Baumaterial, vor allem Marmorplatten und Säulen, liessen die Herzöge von Zweibrücken schon im 17. Jahrhundert abbrechen, im 18. und 19. Jahrhundert beuteten die Einwohner der Umgebung die Burg als Steinbruch aus.
Nachdem sich der 1866 gegründete Trifelsverein der Ruine angenommen hatte und eine weitere Ausbeutung als Steinbruch verhinderte, konnte von 1938 bis 1942, 1946 bis 1950 und von 1963 bis 1966 die Burg durch Prof. Rudolf Esterer wieder auf- und ausgebaut werden. Palas und Bergfried wurden wieder aufgemauert, ein Verwaltungsgebäude errichtet und die Mauerreste gesichert. Heute ist die Burg ein Besuchermagnet, der jährlich über 100.000 Besucher anlockt.
Die Burg hatte im Hochmittelalter zwei Funktionen, auf die hier näher eingegangen werden soll. Der Trifels war von 1125 bis 1298 zeitweise Aufbewahrungsort der Reichskleinodien! 1125 hatte Kaiser Heinrich V. bestimmt, dass die Reichsinsignien nach seinem Tode auf den Trifels gebracht werden sollten. Zu diesen gehörten Krone, Reichsapfel, zwei Reichsschwerter, Kaisermantel, Alba, Stolen, Rock, Beinkleider, Schuhe, Handschuhe, Ring, Gürtel und Sporen. Dazu kamen noch einige Reliquien wie ein Stück des Heiligen Kreuzes, ein Nagel mit dem Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, ein Zahn Johannes des Täufers und andere. Mönche des Klosters Eußerthal betreuten die sakralen Teile in der Burgkapelle, die übrigen Kleinodien waren in dem darüberliegenden Raum verwahrt. Vom Trifels kamen die Reichskleinodien über die Stationen Kyburg, München, Burg Karlstein bei Prag und Nürnberg letzlich 1806 nach Wien. In dem ehemaligen Aufbewahrungsort der Reichskleinodien über der Königskapelle sind heute ausgezeichnete Nachbildungen der Krone, Zepter, Reichsapfel, Reichsschwert und Reichskreuz ausgestellt. Der Ehrenbürger der Stadt Annweiler, Prof. E. W. Huppert, der die Arbeit ausführte, konnte im Jahre 1989 das Reichsschwert hinzufügen.
Der Trifels war zudem auch das Staatsgefängnis der Stauferzeit. Diese Tradition begann mit den Saliern. Der Mainzer Erzbischof Adelbert sass 1113 bis 1115 als Gefangener auf dem Trifels. Der bekannteste Gefangene aber war Richard Löwenherz, der englische König, der sich als Gefangener Heinrich Vl. 1193 bis 1194 auf der Burg befand. Während eines Kreuzzuges hatte er den österreichischen Herzog Leopold bei der Belagerung von Akkon schwer beleidigt und wurde, nachdem er durch Schiffbruch genötigt war den Landweg zu beschreiten, bei der Durchquerung von Österreich von dem Herzog gefangengesetzt.
Der Deutsche Kaiser Heinrich Vl. erzwang von Leopold die Auslieferung des königlichen Gefangenen, der 1193 auf die Burg Trifels gebracht wurde. Die Sage von dem treuen Sänger Blondel ist an dieses Ereignis geknüpft. Blondel von Nesle, ein treuer Gefolgsmann des Königs, wartete vergebens auf dessen Rückkehr von dem Kreuzzug. Als die Kunde kam, Richard wäre in Deutschland gefangen, zog Blondel von Burg zu Burg und sang eines von Richards Lieblingsliedern. Vor dem Trifels erklang aus dem Burginnern der Gesang des Königs als Antwort. Blondel konnte mit einigen Getreuen seinen Herrn befreien. Soweit die Sage - Richard kam tatsächlich frei, aber nicht durch die Treue Blondels, sondern die Zahlung eines hohen Lösegeldes. War Richards Haft eine ehrenvolle und konnte er sich auf der Burg frei bewegen, liessen die Burgherren diese Behandlung nicht allen Gefangenen angedeihen. 1197 wurden einige hohe sizilianische Gefangene geblendet und in das Verlies geworfen, als sich ihre Untertanen erneut gegen die Staufer erhoben. Ob auch König Heinrich VII., der abtrünnige Sohn des Kaisers Friedrich II., 1237 auf dem Trifels gefangen sass, lässt sich mit Sicherheit nicht belegen.
Die Burg Trifels liegt 310 m über der Stadt Annweiler auf einem Felsen des Sonnenbergs. Der Name der Burg leitet sich wahrscheinlich von diesem dreigeteilten Felsen ab.
Von dem Parkplatz auf den Schloßäckern gelangt man über einen breiten Fussweg in 10 Minuten zur Burg. Man erreicht die Burg an ihrer Nordostecke am Brunnenturm aus dem 13. Jahrhundert. Hinter dem Turm, am Abhang des Berges liegen die Reste der Salischen Burganlage. Wir folgen dem Weg um den Burgfelsen in den östlichen Zwinger. Die Zwingermauer weist einige im 16. Jahrhundert entstandene Halbschalentürme auf.
Über einige Treppen führt der Weg zum heutigen Burgeingang. Kurz vor diesem befinden sich auf dem Boden Regenwassersammelrinnen, die das Wasser in grossen, aus dem Fels gehauenen Zisternen sammelten. Wahrscheinlich wurden diese Zisternen auch als Pferdetränken genutzt. Durch das neuzeitliche Tor betreten wir die Hauptburg. Der Weg führt uns zuerst auf das südliche Felsplateau der Burg. Das Gebäude stammt aus den fünfziger Jahren. Auf der südlichen Plattform befinden sich geringe Spuren im Fels, die auf eine Überbauung schliessen lassen. Von dem Felsplateau steigen wir zum Palas und dem Bergfried auf. Ober einige Treppen kommen wir zum Eingang des Bergfrieds. Südlich von diesem stehen noch die Aussenmauern eines ehemaligen Wachhauses. Der Eingang zum Bergfried selbst wurde im 16. Jahrhundert verengt. Der Turm ist in Buckelquadern gearbeitet, Zangenlöcher und Steinmetzzeichen finden sich ebenso wie die Riegellöcher der mittelalterlichen Gerüstbauer.
Durch den Bergfried gelangen wir in den vollständig neu aufgebauten Palas. Der hohe Innenraum mit den romanischen Fensterbögen mit Sitzbänken, der wuchtigen Freitreppe mit der umlaufenden Galerie hält sich nicht genau an das historische Vorbild. Über die seitlichen Treppen gelangt man zu der noch aus dem Mittelalter stammenden Königskapelle im Bergfried. Unter der Kapelle finden sich zwei eingewölbte Räume, wohl Wohn- oder Wachräume. Der Bergfried stammt zum grössten Teil, mit Ausnahme des oberen Stockwerkes, noch aus dem Mittelalter. Von der Aussichtsplattform des Bergfriedes aus hat man eine wunderschöne Aussicht über die Burgdreifaltigkeit und über die Stadt Annweiler.